07 06
Wie fotografiert man Blitze?
Langsam aber sicher beginnt der Sommer und damit auch die Zeit der Gewitter. Die damit einhergehenden Blitze sind sehr interessante und elegante Fotomotive.
Das Einfangen eines Blitzes auf dem Chip (oder wahlweise auch dem Film) einer Kamera ist dabei gar nicht so schwer, wie man vielleicht denken mag. Denn man muss dazu mitnichten genau im richtigen Moment abdrücken. Natürlich wäre das auch gar nicht möglich, da die Blitze ja nur für Sekundenbruchteile aufzucken.
Der “Trick” ist, die Kamera einfach auf eine relativ lange Belichtungszeit (einige Sekunden) zu stellen und zu hoffen, dass in der Zeit, während der Verschluss geöffnet ist, ein Blitz im gewählten Bildausschnitt auftaucht. Da man wie erwähnt einige Sekunden Belichtungszeit benötigt, ist das Fotografieren von Blitzen am einfachsten, wenn es draußen völlig dunkel ist. Belichtet man nämlich am Tag über eine längere Zeit, bekommt man schnell sehr helle Bilder, wodurch der Kontrast zwischen Blitz und Himmel nicht sonderlich hoch ist. Eventuell kann man sich hier durch Graufilter Abhilfe schaffen.
Benötigtes Equipment
Um Blitze komfortabel fotografieren zu können, benötigt man meiner Meinung nach folgende Ausrüstungsgegenstände:
- Spiegelreflexkamera
- Weitwinkelobjektiv
- Stativ
- arretierbarer Kabelfernauslöser
Sicherlich geht es auch ohne Stativ und Kabelfernauslöser und vielleicht sogar mit einer Kompaktkamera, aber ich denke, die besten Ergebnisse erzielt man mit der oben genannten Ausrüstung.
Objektiv
Setzt auf Eure Kamera ein recht weitwinkliges Objektiv, um einen großen Teil des Himmels einzufangen. Das führt zum einen zu sehr weitläufigen und mächtig wirkenden Bildern, zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit, einen Blitz auf den Chip zu bannen bei einer kleineren Brennweite höher. Außerdem ist die Gefahr geringer, dass ein Blitz abgeschnitten wird, weil er über den Bildausschnitt hinausgegangen ist. Durch die große Auflösung moderner Kamerachips ist auch das nachträgliche “Herausschneiden” eines Blitzes kein Problem.
Das Objektiv müsst Ihr auf unendlich fokussieren. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:
1) Das Objektiv besitzt am Fokusring eine Markierung, die angibt, in welcher Stellung auf unendlich fokussiert ist. Schaltet am Objektiv auf manuellen Fokus und dreht den Ring auf diese Markierung.
2) Ihr dreht den Fokusring im manuellen Fokus bis zum Anschlag (natürlich in die richtige Richtung) und dann ein ganz kleines Stückchen wieder zurück. Dieses “Stückchen” ist ein Puffer, den die Hersteller einbauen, um keine Probleme mit dem Autofokus zu bekommen.
3) Ihr fokussiert mit dem Autofokus ein weit entferntes Objekt (je weiter, weg, desto besser). Das Objektiv wird dann automatisch auf “unendlich” gestellt. Anschließend schaltet Ihr auf den manuellen Fokus, um diese Stellung beizubehalten.
Kamera
Die Blende solltet Ihr auf einen “mittleren” Wert stellen, z.B. f/8 oder f/10. Die Belichtungszeit hängt von der Helligkeit der Umgebung ab. Ist es relativ hell, solltet Ihr kurze Belichtungszeiten einstellen (vielleicht vier Sekunden). Herrscht dagegen stockfinstere Nacht, sind auch Belichtungszeiten von 20 bis 30 Sekunden oder noch mehr kein Problem. Dadurch kann es auch passieren, dass mehrere Blitze auf einem Bild erscheinen. Je nachdem, ob das gewollt ist oder nicht, muss die Belichtungszeit angepasst werden. Also ISO-Wert stellt Ihr den kleinstmöglichen ein.
Außerdem sollte die Kamera auf Serienaufnahme gestellt werden.
Wichtig ist es auch, RAW als Aufzeichnungsformat zu wählen, da damit der Weißabgleich später am Computer vorgenommen werden kann.
Durchführung
Achtet darauf, dass die Akkus dem Kamera voll geladen sind, denn lange Belichtungszeiten benötigen auch entsprechend viel Energie.
Als Ort für die Durchführung bieten sich z.B. überdachte Balkone an. Eventuell kann man auch mit dem Auto aufs Feld fahren und durch die Fenster fotografieren, aber das könnte aufgrund der Regentropfen auf den Scheiben zu Problemen führen.
Setzt die Kamera auf ein Stativ und richtet sie in die Richtung aus, in der das Gewitter tobt (nicht vergessen, den Objektivdeckel abzunehmen). Man muss das Gewitter dabei etwas beobachten, um herauszufinden, in welche Richtung es zieht.
Schließt den Kabelfernauslöser an, löst aus und kontrolliert das Ergebnis. Falls Ihr noch keinen Blitz erwischt habt, versucht es weiter. Sobald der erste Blitz abgelichtet ist, schaut Ihr, ob alles korrekt ist (z.B. der Fokus und der Bildausschnitt).
Wenn alles passt, arretiert ihr den Auslöseknopf am Kabelfernauslöser. Die Kamera belichtet nun für die Dauer der eingestellten Zeit und macht danach – wegen der eingestellten Serienbildfunktion – gleich das nächste Bild. Man kann so theoretisch den gesamten Akku leer bzw. die ganze Speicherkarte voll fotografieren. Zwischendurch sollte man allerdings kontrollieren, ob noch alles in Ordnung ist und mit der Kamera auch dem Gewitter folgen.
Ergebnis
Ein geschossenes Bild könnte z.B. so aussehen. Es handelt sich dabei um meinen ersten Versuch. Leider habe ich dabei nicht im RAW-Format fotografiert, weshalb es schwierig war, den violett-Stich herauszubekommen. Außerdem ist auch der Bildausschnitt mit dem Haus und den Bäumen im Vordergrund nicht sonderlich gut gewählt. Alles Fehler, die es beim nächsten Mal zu verbessern gilt.
Die Aufnahmedaten des Bildes:
Kamera: Canon EOS 50D
Objektiv: Tamron 17 – 50 mm f/2.8
Brennweite: 22 mm
Blende: f/10
Belichtungszeit: 36 Sekunden
ISO: 100
Falls es am Anfang nicht sofort klappt, nicht verzagen! Es ist immer sehr viel Ausschuss dabei.
Viel Spaß beim Gewitterjagen!
06 06
Wissen für Besserwisser: Was ist eigentlich die “Wacht am Rhein”?
Vielleicht seid Ihr schon einmal an einer Kneipe, einem Hotel oder einem Restaurant vorbeigekommen, das den Namen “Wacht am Rhein” trug. Vielleicht habt Ihr Euch dann auch gefragt, was dieser Name bedeutet. Mir ging es jedenfalls schon mehrmals so, weshalb ich mich darüber schlau gemacht habe.
“Die Wacht am Rhein” ist ein Lied, das um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Grund für die Dichtung des Textes war die Befürchtung in den 1840er-Jahren, es könne zu einem Krieg mit Frankreich kommen. Zu Beginn des Jahrzehnts hatte die französische Regierung nämlich gefordert, dass der Rhein die Ostgrenze Frankreichs darstellen solle. “Die Wacht am Rhein” rief die Deutschen dazu auf, den Fluss zu verteidigen. Es wurde jedoch besonders später während des Deutschen Kaiserreichs berühmt, wo es den Status einer inoffiziellen Nationalhymne erlangte.
Außerdem wird die Ardennenoffensive vom Winter 1944 / 45 auch als “Operation Wacht am Rhein” bezeichnet.
Das Lied findet sich beispielsweise auf YouTube:
Und hier ist der Text:
Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wer will des Stromes Hüter sein?Refrain:
Lieb Vaterland magst ruhig sein,
lieb Vaterland magst ruhig sein:
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!Durch Hunderttausend zuckt es schnell,
und aller Augen blitzen hell;
der Deutsche, bieder, fromm und stark,
beschützt die heil’ge Landesmark.
RefrainEr blickt hinauf in Himmelsau’n,
da Heldenväter niederschau’n,
und schwört mit stolzer Kampfeslust:
Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!
RefrainUnd ob mein Herz im Tode bricht,
wirst du doch drum ein Welscher nicht.
Reich, wie an Wasser deine Flut,
ist Deutschland ja an Heldenblut!
RefrainSolang ein Tropfen Blut noch glüht,
noch eine Faust den Degen zieht,
und noch ein Arm die Büchse spannt,
betritt kein Feind hier deinen Strand!
RefrainDer Schwur erschallt, die Woge rinnt,
die Fahnen flattern hoch im Wind:
Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein
wir alle wollen Hüter sein.
Refrain
Wenn Ihr also das nächste Mal diesen Namen liest, wisst Ihr, was es damit auf sich hat.
Quellen und weiterführende Informationen
- Die Wacht am Rhein auf wikipedia.de
- Das Deutsche Kaiserreich auf wikipedia.de
- Die Ardennenoffensive auf wikipedia.de
03 06
Wissen für Besserwisser: Wie kommen deutsche Wörter auf die britische zwei-Pence-Münze?
Vielleicht hat sich der eine oder andere schon mal gewundert, weshalb auf der britischen zwei-Pence-Münze die deutschen Worte “ICH DIEN” stehen.
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir in der Geschichte einige Jahre zurückgehen. Im Zuge des huntertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich kam es am 26. August 1346 zur Schlacht von Crécy. Die Engländer schlugen mit Hilfe ihrer Bogenschützen die Franzosen vernichtend. Unter den Toten auf französischer Seite war auch Johann, König von Böhmen und Graf von Luxemburg (u.a.). Dieser König war blind und hatte sich der Legende nach vor der Schlacht mit den Rittern seiner Leibwache durch Ketten verbinden lassen. Nach der Schlacht fand man sie erschlagen und noch immer zusammengekettet [1]. Dieser Heldenmut und diese Ritterlichkeit bewegten Edward of Woodstock, den englischen Kronprinzen und zweiten Prince of Wales so sehr, dass er den Helmschmuck des toten Königs nahm und zu seinem eigenen machte. Der Spruch “ICH DIEN”, der Teil dieses Schmucks war, wurde Bestandteil des Wappens des Prince of Wales und ist es bis heute. Und eben dieses Wappen befindet sich auf der zwei-Pence-Münze.
Quellen und weiterführende Informationen
[1] Seehase, H.; Krekeler, R. (2002): Der gefiederte Tod, S. 95
- Der hundertjährige Krieg auf wikipedia.de
- Die Schlacht von Crécy auf wikipedia.de
- Johann von Böhmen auf wikipedia.de
- Edward of Woodstock auf wikipedia.de
- Prince of Wales auf wikipedia.de
02 06
Produktfotografie für fünf Euro mit dem StyroCube
Durch diesen Thread im DSLR-Forum wurde ich auf eine interessante und günstige Möglichkeit aufmerksam, um ansprechende Produktfotos zu machen. Dafür wird einfach ein Würfel aus weißen Styroporplatten gebaut. Die Platten werden durch Nägel und Klebeband miteinander verbunden, was für den vorgesehenen Einsatz völlig ausreicht. Eine komplette Bauanleitung für den “StyroCube” getauften Würfel hat der Autor des o.g. Threads in seinem Blog veröffentlicht.
Die Styroporplatten haben im lokalen Baumarkt 62 Cent/Stück bei einer Länge von 1 m und einer Breite von 0,5 m gekostet, Nägel und Klebeband habe ich noch zu Hause gefunden. Die Platten habe ich halbiert, sodass ich Stücke in einer Größe von 0,5 m x 0,5 m erhalten habe. Als Hohlkehle (also Hintergrund für die Fotos) nutze ich weißen bzw. schwarzen Karton aus dem Bastelladen. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf ungefähr fünf Euro, der Bau hat etwa eine halbe Stunde gedauert (inkl. Aufsaugen der Styroporkügelchen, die beim Schneiden unweigerlich anfallen).
Meine Ergebnisse sehr Ihr hier.
Ich denke, mit dem StyroCube lassen sich z.B. hervorragend Fotos für Online-Auktionen machen.
Vielen Dank an Daniel Sypke für diese tolle Idee und Euch viel Spaß beim Nachbauen!
Facebook “Like”-Button in meinem Blog
Seit einigen Monaten schon nutze ich Facebook. Vor ein paar Wochen hat das Netzwerk eine Funktion veröffentlicht, die es Betreibern von Webseiten ermöglicht, den “Like”-Button in ihre eigenen Seiten zu integrieren. Damit können Seitenbesucher zum Ausdruck bringen, dass ihnen eine Seite gefällt. Dies wird dann in ihrem Facebook-Profil veröffentlicht.
Für die Betreiber einer Seite ist dies natürlich sehr interessant. Zum einen sehen sie, wie oft ihre Seite “gemocht” wird, zum anderen können sie durch die Veröffentlichung im Profil des Besuchers mit weiteren Besuchern rechnen.
Ist man im aktuell geöffneten Browser bereits in Facebook angemeldet, so genügt ein einfacher Klick auf den “Gefällt mir”-Button. Ist dies nicht der Fall, öffnet sich ein Popup-Fenster, in dem man sich bei Facebook anmelden kann.
Die Integration in mein Blog erfolgt mit Hilfe des Plugins fbLikeButton von Dean Peters.
Aufgrund eines Fehlers bei Facebook kam es dabei zunächst zu Problemen, da bei einem Klick auf den Button immer die Fehlermeldung auftrat, dass die geöffnete Seite nicht aufgerufen werden könne. Nachdem ich einige Zeit mit der Fehlersuche verbracht hatte, fand ich zum Glück den offenen Bug im Bug Tracker von Facebook. Danach wusste ich, dass der Fehler nicht auf meiner Seite lag. Heute Morgen funktionierte dann alles.
Also, liebe Leser: zeigt es bitte Euren Facebook-Freunden, wenn Euch ein Artikel oder eine Seite in meinem Blog gefällt!
31 05
ASP, Webservices, SOA, Cloud Computing – Eine Abgrenzung
In den letzten Jahren sind in der Informationstechnik relativ viele neue Schlagwörter (engl. „Buzzwords“) aufgetaucht, deren Bedeutung oft nicht klar oder aber nicht fest definiert ist. Um diese – zumindest teilweise – neuen Entwicklungen einzuordnen, soll hier eine kurze Abgrenzung der einzelnen Begriffe erfolgen.
Application Service Providing
Application Service Providing (ASP) ist stark verwandt mit Software as a Service (SaaS), allerdings ist der Begriff weitaus älter. Die Idee entstand schon Ende der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Auch ASP bezeichnet das Anbieten von Software über das Internet. Der Unterschied zu SaaS besteht jedoch darin, dass es sich nicht um mandantenfähige („multi-tenant“) Standardsoftware handelt, sondern dass die gehostete Software eine Spezialentwicklung für einen einzelnen Kunden ist („single-tenant“) [1].
Die Idee hat sich allerdings bisher nicht richtig durchgesetzt, jedoch wird das Wachstum auf diesem Markt positiv beurteilt. Der Hauptgrund dafür ist die inzwischen fast flächendeckende Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen [2].
Webservices
Webservices dienen der Schaffung einer verteilten Softwarearchitektur. Das bedeutet, dass eine Anwendung in einzelne Teile zerlegt wird, die sich an unterschiedlichen Orten befinden können. Die Komponenten sind nur lose über Verbindungen und Protokolle gekoppelt [3].
Die Idee des Webservices ist nicht neu. Vorgänger waren z.B. CORBA oder DCOM [4]. Im Unterschied zu diesen Technologien setzen Webservices jedoch auf anerkannte Standards wie z.B. XML, SOAP und HTTP [5]. Durch diese hohe Standardisierung können Webservices völlig ohne Nutzerinteraktion funktionieren. Sie werden in ein Programm integriert und laufen „dann – in der Theorie – automatisch“ [6].
Service-orientierte Architekturen
Service-orientierte Architekturen (SOA) sind ein Strukturmuster, das den Sinn hat, die Abhängigkeiten zwischen den Elementen eines verteilten Softwaresystems zu reduzieren [7].
Die einzelnen Services, bei denen es sich meistens um Webservices handelt, sind voneinander unabhängig. Sie werden durch einen sogenannten Workflow orchestriert. Das heißt, es werden mehrere Services zusammengefasst und von einer zentralen Stelle aus koordiniert [8].
Die Services werden durch den Dienstanbieter in ein Dienstverzeichnis eingebracht und dort gelistet. Der Dienstnutzer kann dann durch eine Anforderungsspezifikation eine Suchanfrage an das Dienstverzeichnis schicken, woraufhin dieses ihm die Adresse für den Zugriff auf den jeweiligen Dienst beim Dienstanbieter liefert. Somit ist eine lose Koppelung zur Laufzeit möglich [9].
Dieser Ablauf wird im sogenannten SOA-Dreieck dargestellt (siehe Abbildung 1).
Cloud Computing
Cloud Computing ist der Überbegriff für das Auslagern von Software oder IT-Infrastruktur zu einem Dienstleister. Die Leistungen werden über das Internet bezogen.
Zum Cloud Computing gehören neben Software as a Service unter anderem noch Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS) [10]. Sie gehören damit zum Everything as a Service-Stack [11].
Bei PaaS handelt es sich um eine Entwicklungsplattform, die ein Anbieter betreibt. Die Anwendungen, die darauf betrieben werden, werden nicht wie bei SaaS vom Anbieter selbst, sondern von dessen Kunden entwickelt [12]. Ein Anbieter von PaaS ist z.B. Google mit der Google App Engine. Auf dieser Plattform ist es möglich, in Python oder Java geschriebene Programme zu betreiben.
IaaS bedeutet das Beziehen von IT-Infrastruktur über das Internet. Der Kunde mietet beim Anbieter z.B. einen virtuellen Server. Anders als beim klassischen Mietmodell für Server oder virtuelle Server ist der via IaaS gemietete Server jedoch quasi beliebig und je nach Bedarf („on demand“) skalierbar. Grenzen werden nur durch die Software, das heißt meistens das Betriebssystem, gesetzt. Das hat den Vorteil, dass ein Server „mitwachsen“ kann, wenn ein Unternehmen mehr Leistung benötigt, z.B. weil es schnell wächst, weil es eine zusätzliche Software auf dem Server installiert hat oder weil temporär – z.B. wegen einer neuen Produktveröffentlichung – mit einer höheren Last zu rechnen ist. Die Abrechnung erfolgt z.B. nach verbrauchtem Transfervolumen, nach CPU-Zeit und bzw. oder nach belegtem Speicherplatz [13]. Der bekannteste Anbieter von IaaS ist Amazon mit der Elastic Compute Cloud (E2C).
Abbildung 2 erläutert die Beziehung zwischen IaaS und SaaS bzw. PaaS.
Quellen
[1] Grobman, J. (2008): ERP-Systeme On Demand. Chancen, Risiken, Anforderungen, Trends, S. 15 f.
[2] Meyer, O. (2008): Aktuelle vertrags- und urheberrechtliche Aspekte der Erstellung, des Vertriebs und der Nutzung von Software, S. 207
[3] Burbiel, H. (2007): SOA & Webservices in der Praxis, S. 21
[4] ebenda
[5] Melzer, I. (2007): Service-orientierte Architekturen mit Web Services: Konzepte – Standards – Praxis, S. 54
[6] Hauser, T; Löwer, U. (2004): Web Services – Die Standards, S. 12
[7] Gómez, J. (2008): Serviceorientierte Architektur
[8] Fischer, H.; Fleischmann, A.; Obermeier, S. (2006): Geschäftsprozesse realisieren: Ein praxisorientierter Leitfaden von der Strategie bis zur Implementierung, S. 119
[9] Gómez, J. (2008): Serviceorientierte Architektur
[10] Eymann, T. (2008): Cloud Computing
[11] Jeffery, C. (2009): The Strategic Treasurer: A Partnership for Corporate Growth, S. 245 ff.
[12] Curran, R. (Hrsg.); Chou, S. (Hrsg.); Trappey, A. (Hrsg.) (2008): Collaborative Product and Service Life Cycle Management for a Sustainable World, S. 68
[13] Newman, A.; Thomas, J. (2008): Enterprise 2.0 Implementation: Integrate Web 2.0 Services into Your Enterprise, S. 62 ff.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen leicht abgeänderten Auszug aus einer Projektarbeit, die ich im Rahmen meines Studiums angefertigt habe.
26 05
Software as a Service: Versuch einer Definition
Einführung
Der Begriff Software as a Service (SaaS) hat in den letzten Monaten und Jahren viel Aufmerksamkeit erlangt. Anschaulich wird dies anhand des Diagramms in Abbildung 1.

Abbildung 1: Entwicklung des Google Search-Volume-Index für den Begriff "Software as a Service" (Quelle: Google Trends)
Dieses zeigt, wie sich die Anzahl der Suchanfragen nach „Software as a Service“ (inklusive der Anführungszeichen) bei Google seit dem Jahr 2004 entwickelt hat. Die Daten wurden mittels der Software Google Trends [1] ermittelt. Es ist dabei wichtig, zu betonen, dass das Diagramm nur die Entwicklung des Interesses an SaaS aufzeigen soll und nicht den Anspruch erhebt, genaue und quantifizierbare Daten zu liefern.
Software as a Service ist aktuell ein wachstumsstarker Markt. So prognostizierte das Marktforschungsunternehmen Gartner für das Jahr 2009 ein Umsatzwachstum von knapp 22 Prozent [2]. Außerdem werden laut Gartner bis zum Jahr 2011 25 Prozent der neu installierten Unternehmensanwendungen als SaaS betrieben werden [3].
Oft ist es jedoch schon geschehen, dass sich hochgelobte neue Entwicklungen in der IT-Branche als nicht so praxistauglich erwiesen haben, wie gedacht (z.B. service-orientierte Architekturen, kurz SOA). Deshalb wird es sich erst in der Zukunft zeigen, ob diese Zahlen die wahre Bedeutung von SaaS voraussagen, oder ob es sich dabei nur um das Werk pfiffiger Marketingabteilungen handelt.
Definition
Software as a Service ist ein Distributionsmodell für Software. Im Unterschied zum Modell bei klassischer Software, die beim Anwender auf einem Computer installiert wird, kauft der Anwender dabei keine Lizenz, sondern bezieht die Software vielmehr als Dienstleistung (engl. „Service“) über das Internet. Es erfolgt keine Übergabe eines Datenträgers und auch kein Download des Programmcodes. Das Programm kann somit auf Kundenseite nicht installiert werden, was aber auch nicht nötig ist. Meist erfolgt der Zugriff auf die Software über eine Weboberfläche, die in einem Internetbrowser dargestellt wird [4]. Doch auch der Zugriff über andere Wege, wie z.B. Webservices, ist in der Praxis anzutreffen.
Bei der so gemieteten Software handelt es sich immer um Standardsoftware. Das heißt, dass die Software nicht speziell für einen Kunden programmiert, sondern in gleicher Form für mehrere Kunden eingesetzt wird. Meist lässt sich Standardsoftware jedoch bis zu einem bestimmten Grad über Parameter an die Bedürfnisse des einzelnen Kunden anpassen [5].
Für Individualsoftware wäre das Geschäftsmodell SaaS nicht wirtschaftlich, weil die Entwicklungskosten bei SaaS über die Masse an Kunden gedeckt werden.
Software, die im SaaS-Modell betrieben wird, ist mandantenfähig. Das bedeutet, dass sich mehrere Mandanten (d.h. meistens mehrere Kunden) ein System teilen. Die interne Datenhaltung erfolgt jedoch strikt nach Mandanten getrennt, sodass kein Mandant Zugriff auf die Daten anderer Mandanten hat [6].
Gelegentlich wird auch das Vermieten von Terminalserver-Sitzungen über das Internet als SaaS bezeichnet [7].
Das Gegenteil von SaaS – also der Betrieb und die Betreuung eines Anwendungssystems direkt beim Anwender – wird als „on-site“-Betrieb oder „on-site“-Modell bezeichnet.
Vorteile
Als größter Vorteil von SaaS wird oft die Wirtschaftlichkeit genannt. Dies hat vor allem zwei Gründe.
Je nach gegebenen Umständen lassen sich Kosten einsparen. Dies ist dadurch möglich, dass auf Kundenseite kein Personal für die Installation, Wartung und Update der Software nötig ist, da dies vom Dienstleister übernommen wird. Auch die ansonsten für den Betrieb nötige Infrastruktur – wie z.B. Server, Switches oder sonstige Netzwerktechnik – wird nicht benötigt, da die gesamte Software auf den Systemen des Anbieters läuft [8].
Lediglich die Computer zur Darstellung der Oberfläche des genutzten Programms müssen noch verwaltet werden. Da diese Computer oft nur die Darstellung der vom Server geschickten Daten übernehmen, benötigen sie meist nur relativ wenig Rechenleistung (sogenannte Thin Clients [9]). Auch dadurch können wiederum Kosten reduziert werden, denn weniger leistungsfähige Hardware ist für gewöhnlich günstiger in der Anschaffung und benötigt normalerweise auch weniger Strom.
Außerdem muss der Leistungsempfänger kein Personal für die Administration der Software schulen, weil er dazu kein „Know-How“ benötigt. Lediglich das Wissen zur Bedienung der Software muss vorhanden sein, was aber auch bei klassischer Software der Fall ist.
Weiterhin können SaaS-Lösungen für den Kunden günstiger sein, da der Anbieter aufgrund seiner Konzentration auf sein Kerngeschäft und der Konsolidierung vieler Systeme auf einer Plattform Skaleneffekte (economies of scale) erzielen und diesen Preisvorteil an seine Kunden weitergeben kann [10].
Neben den monetären Einsparungen ist der zweite Grund der Wirtschaftlichkeit von SaaS-Lösungen deren bessere Kalkulierbarkeit. Meist sind die Kosten einer solchen Lösung über einen bestimmten Zeitraum fix oder ergeben sich nach abgewickeltem Volumen (z.B. im EDI-Bereich). Da diese Zahlen meist relativ konstant, zumindest aber abschätzbar sind, sind die Kosten keinen allzu großen Schwankungen unterworfen [11]. Im Gegensatz dazu können beim Betrieb der Software auf Kundenseite enorme unerwartete bzw. unkalkulierbare Kosten entstehen. So kann z.B. Hardware kaputt gehen oder sie veraltet und muss ersetzt werden. Außerdem kann auch ein Teil des Personals ausfallen, sodass es eventuell durch externe Kräfte verstärkt werden muss. All diese Risiken sind von SaaS-Anbietern abgedeckt und entsprechend in den Kosten einkalkuliert.
Diese Risikoabdeckung ist ein weiterer Vorteil von SaaS. Der Vertrag, der zwischen Dienstleister und Kunde geschlossen wird (Service Level Agreement, SLA), enthält üblicherweise Regelungen, welche Leistungen der Anbieter erbringen muss und wer in welchem Rahmen im Fehlerfall haftet [12]. Ein solcher Fehlerfall kann z.B. der Ausfall eines Systems oder eine Fehlfunktion der Software sein, die beispielsweise einen Datenverlust zur Folge hat.
Ein weiterer Vorteil ist die Benutzbarkeit der Software von quasi jedem Computer mit Internetanschluss [13], da die Bedienung meistens über einen Internetbrowser erfolgt. Dadurch können beispielsweise Außendienstmitarbeiter über ein internetfähiges Notebook auf ein Customer Relationship Management-System (CRM) zugreifen und Notizen zu Kundengesprächen direkt im System erfassen. Die Daten stehen dadurch unmittelbar zur Verfügung und müssen nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt eingegeben oder synchronisiert werden. Außerdem ist die Gefahr des kompletten Datenverlustes beim Defekt oder Verlust des Notebooks gebannt.
Nachteile
Probleme ergeben sich bei SaaS beispielsweise dann, wenn ein Unternehmen von einem bereits bestehenden System, das es selbst betreibt, auf eine SaaS-Lösung wechseln möchte. Der meist umfangreiche Datenbestand muss dann in das neue System importiert werden. Dies kann sich in der Praxis jedoch als problematisch erweisen, da viele Anwendungssysteme Eigenentwicklungen sind und deshalb oft proprietäre Datenformate verwenden. Für solche Systeme muss eine individuelle Lösung für die Migration der Daten gefunden werden. Dies kann sehr aufwändig und damit auch kostenintensiv sein. Führt ein Unternehmen ein System neu ein und hat es deshalb keinen Anfangsbestand an Daten, besteht dieses Problem natürlich nicht.
Oft ist eine Interaktion zwischen verschiedenen Systemen eines Unternehmens nötig. Hat der Kunde vollen Zugriff auf die Systeme, bieten sich ihm viele Möglichkeiten, Daten zwischen ihnen auszutauschen. So kann er beispielsweise Dateien über eine Netzwerkfreigabe oder via FTP austauschen, die das Zielsystem dann verarbeiten kann. Bei SaaS ist dies meist nicht möglich. Die meisten Anbieter versuchen hier, durch Webservices Abhilfe zu schaffen [14]. Dies setzt jedoch voraus, dass alle beteiligten Systeme mit dieser Technologie umgehen können, was nicht immer der Fall ist.
Ein weiterer Nachteil des SaaS-Modells ist der Kontrollverlust des Kunden. Er legt meistens wichtige und geschäftskritische Prozesse in die Hände des Anbieters und ist somit stark von ihm abhängig [15]. Zwar haftet normalerweise der Anbieter bei Ausfällen oder sonstigen Schäden, doch dadurch kann beispielsweise der Verlust an Ansehen oder Seriosität des SaaS-Konsumenten gegenüber seinen eigenen Kunden nicht immer ausgeglichen werden. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass der Anbieter seine Dienstleistung einstellt, beispielsweise weil das Unternehmen insolvent ist. Der Leistungsempfänger muss dann eine neue Lösung zum Betrieb seines Systems finden. Natürlich ist dies kosten- und zeitintensiv.
Außerdem entsteht durch die Nutzung der Software über das Internet ein Single Point of Failure. Fällt die Internetverbindung aus, kann die Software nicht genutzt werden. Man ist dann vom jeweiligen Telekommunikationsunternehmen abhängig. Zwar kann die Internetverbindung redundant ausgelegt werden, doch ist das für viele kleine und mittlere Unternehmen nicht wirtschaftlich.
Betreibt man die Software dagegen auf einem Server im eigenen lokalen Netzwerk, kann sich das Personal sofort eines auftretenden Problems annehmen. Eine Abhängigkeit von externen Unternehmen ist dann nicht vorhanden.
Zum Problem des Kontrollverlustes kommt auch das Problem des Datenschutzes. Die sensiblen Daten liegen auf einem Server im Internet, der zumindest theoretisch für alle Internetnutzer zugänglich ist. Bei einer Kompromittierung des Servers hat ein Angreifer Zugriff auf die Daten [16]. Zwar werden diese meist verschlüsselt gespeichert, doch ist es nicht auszuschließen, dass der Angreifer auch in den Besitz des Schlüssels gelangen kann. Auch der Missbrauch von Daten durch Mitarbeiter des SaaS-Anbieters kann nicht ausgeschlossen werden. Wird das System dagegen „on-site“ betrieben, sind weitaus stärkere Restriktionen des Zugriffs möglich. Oft ist ein direkter Zugriff aus dem Internet heraus in diesem Falle gar nicht nötig.
Preismodelle
Für SaaS haben sich drei Preismodelle etabliert.
Eine Möglichkeit ist es, dem Kunden einen Fixbetrag in Rechnung zu stellen. Dies kann z.B. monatlich, viertel- oder halbjährlich geschehen. Meist richtet er sich danach, wieviele Benutzer Zugriff auf das System haben sollen.
Außerdem ist es möglich, auf Basis der Nutzungsintensität (z.B. Transfervolumen, Anzahl verschickter Belege, etc.) abzurechnen.
Beim dritten Modell ist die Nutzung der Software für den Benutzer kostenlos, es wird jedoch Werbung eingeblendet, die dem Betreiber Einnahmen verschafft. Dieses Modell hat sich vor allem im Privatkundenbereich durchgesetzt. Beispiele sind die Google-Suche oder GoogleDocs.
Auch Kombinationen der obigen Preismodelle sind möglich.
Quellen
[1] Google Trends
[2] Gartner, Inc. (2009): Gartner says Worldwide SaaS Revenue to Grow 22 Percent in 2009
[3] Gartner, Inc. (2006): Gartner Says 25 Percent of New Business Software Will Be Delivered As Software As A Service by 2011
[4] Meyer, O. (2008): Aktuelle vertrags- und urheberrechtliche Aspekte der Erstellung, des Vertriebs und der Nutzung von Software, S. 207
[5] Kittlaus, H.; Clough, P (2009): Software Product Management and Pricing: Key Success Factors for Software Organizations, S. 21
[6] Dunkel, J.; Eberhart, A.; Fischer, S.; Kleiner, C.; Koschel, A. (2008): Systemarchitekturen für verteilte Anwendungen. Client-Server, Multi-Tier, SOA, Event Driven Architecture, P2P, Grid, Web 2.0, S. 266
[7] Rodstein, R (2007): Securing Microsoft Terminal Services, S. 103
[8] Buxmann, P. (2008): Software as a Service
[9] Johnson, B.; Hackett, M.; Nguyen, H. Q.: Testing Applications on the Web, S. 113 ff.
[10] Shuen, A.; St. Laurent, S. (Hrsg.); Romano, R. (Illustr.) (2008): Web 2.0: A Strategy Guide: Business thinking and strategies behind successful Web 2.0 implementations, S. 114
[11] Evans, N. D.; Marinello, C. (2002): Business Innovation and Disruptive Technology: Harnessing the Power of Breakthrough Technology…for Competitive Advantage, S. 15
[12] Landy, G. K. (2008): The IT/Digital Legal Companion: A Comprehensive Business Guide to Software, Internet, and IP Law, S. 371 ff.
[13] Wiehler, G. (2004): Mobility, Security and Web Services: Technologies and Service-oriented Architectures for a New Era of IT Solutions, S. 89
[14] Papazoglou, M. P. (2007): Web Services: Principles and Technology, S. 9
[15] Fernandez-Ramil, J.; Hall, P. (2007): Managing the Software Enterprise: Software Engineering and Information Systems in Context, S. 151
[16] Newman, A.; Thomas, J. (2008): Enterprise 2.0 Implementation: Integrate Web 2.0 Services into Your Enterprise, S. 65 f.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen leicht abgeänderten Auszug aus einer Projektarbeit, die ich im Rahmen meines Studiums angefertigt habe.
25 05
Liste mit hunderten interessanten Zitaten
Schon seit Jahren liegt auf meiner Festplatte eine Datei, in der ich einmal hunderte interessante Zitate gesammelt habe. Da ich mit meinem Blog nun wieder eine Plattform habe, um diese zu präsentieren, möchte ich sie Euch natürlich nicht vorenthalten.
Ein paar Schmankerl habe ich hier mal exemplarisch herausgesucht, die Liste enthält jedoch viele weitere.
Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Mißtrauensvotum gegen den lieben Gott. – Karl Kraus
Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muß auch mit der Justiz rechnen. – Dieter Hildebrandt
Es heißt, daß wir Könige auf Erden die Ebenbilder Gottes seien. Ich habe mich daraufhin im Spiegel betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den lieben Gott ist das nicht. – Friedrich II. der Große
Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten geht, folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung. – Robert Koch
Die Liste gibt’s hier als PDF-Datei.
24 05
Fotoshooting mit meiner Freundin
Schon seit längerer Zeit hatten meine Freundin und ich ein Fotoshooting geplant. Da wir jedoch die untergehende Sonne im Hintergrund haben wollten, bot sich aufgrund des schlechten Wetters bisher keine Gelegenheit dazu. Gestern jedoch haben wir den schönen Tag genutzt und unser Vorhaben in die Tat umgesetzt.
Als wir gegen halb acht die ersten Bilder schossen, stand die Sonne noch recht hoch, weshalb die Schatten recht hart waren. Außerdem war es auch relativ schwierig, gegen die Sonne zu fotografieren, da der Himmel bei einer korrekten Belichtung des Vordergrundes sehr schnell ausbrannte. Eine Stunde später dagegen hatten wir wunderbar weiches, rotes Licht. Durch starkes Abblenden und leichtes Blitzen konnte die Sonne schön eingefangen werden, während der Vordergrund trotzdem gut belichtet war.
Zu Beginn fotografierte ich mit dem Tamron 17 – 50mm f/2.8, entschied mich dann jedoch für das Canon 60mm f/2.8 Macro, da es schärfer ist und den besseren Autofokus besitzt.
Hier sind zwei der entstandenen Bilder, ein paar weitere finden sich in der Galerie.
Den Ort, an dem das Shooting stattfand, habe ich auf der folgenden Karte markiert.
22 05
Übersetzung: Don McLean – American Pie
Schon eine ganze Weile hat es mich gereizt, den Text von “American Pie” des Interpreten Don McLean zu übersetzen, weil ich ihn sehr schön und interessant finde. Die Lyrics finden sich tausendfach im Internet, z.B. hier. Anhören kann man es z.B. auf YouTube.
McLean sing in diesem Lied über die Geschichte des Rock ‘n Roll. Da er sich unzähligen Metaphern bedient, ist der Text an vielen Stellen sehr konfus, weshalb oft über die Interpretation bestimmter Textstellen gestritten wird.
Gute Informationen zum Lied liefert die Seite understandingamericanpie.com. Außerdem ist natürlich der entsprechende Wikipedia-Artikel interessant, der einige weitere interessante Informationen und Links (u.a. den schon genannten) enthält.
Bei der folgenden Übersetzung handelt es sich um meine eigene Interpretation. Über Meinungen dazu oder andere Kritik würde ich mich freuen. Nutze dazu bitte die Kommentarfunktion am Ende dieser Seite.
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Vor langer, langer Zeit -
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie diese Musik mich zum Lächeln brachte
Und ich wusste, dass ich diese Leute zum Tanzen bringen könnte
Wenn ich nur die Chance dazu bekäme
Und vielleicht wären sie dann für eine Weile glücklich gewesen.
Doch dieser Februar brachte mich zum Erzittern.
Mit jeder Zeitung, die ich austrug, legte ich schlechte Neuigkeiten vor die Türen.
Ich konnte nicht mehr weiter gehen.
Ich weiß nicht mehr, ob ich weinte
Als ich über seine verwitwete Braut las.
Irgendetwas berührte mich tief in mir
An dem Tag, als die Musik starb.
Refrain:
Mach’s gut, Miss American Pie!
Ich bin mit meinem Chevrolet zum Fluss gefahren, aber der war ausgetrocknet.
Und die Jungs tranken Whiskey und Korn und sangen:
“Das ist der Tag, an dem ich sterben werde, das ist der Tag, an dem ich sterben werde”.
Hast Du das Buch der Liebe geschrieben?
Und glaubst Du an den Gott im Himmel
Nur weil es so in der Bibel steht?
Glaubst Du an Rock ‘n Roll?
Kann Musik Deine sterbliche Seele retten?
Und kannst Du mir zeigen, wie man so richtig langsam tanzt?
Naja, ich weiß, dass Du in ihn verliebt bist.
Ich habe Euch nämlich dort in der Turnhalle tanzen sehen.
Beide habt Ihr Eure Schuhe ausgezogen.
Oh Mann, ich stehe auf diesen Rhythm ‘n Blues!
Ich war ein einsamer Teenie
Mit einer pinken Nelke im Knopfloch und einem Pickup-Truck
Aber ich wusste, dass ich kein Glück hatte
An dem Tag, als die Musik starb
Fing ich an zu singen…
Refrain
Wir sind jetzt schon zehn Jahre auf uns alleine gestellt
Und auf dem rollenden Stein wächst dickes Moos
Aber es war nicht immer so
Damals, als der Hofnarr für den König und die Königin sang
Und das in einer Jacke, die er sich von James Dean geborgt hatte
Er hatte eine Stimme, die direkt aus dem Volk kam
Und als der König hinunter schaute, stahl der Narr ihm seine Dornenkrone
Die Gerichtsverhandlung wurde verschoben
Niemals wurde ein Urteil gefällt
Und Lennon las ein Buch, während das Quartett in Park probte
Und wir sangen Klagelieder in der Dunkelheit an dem Tag
An dem die Musik starb.
Wir sangen…
Refrain
Holterdiepolter in der Sommerhitze
Die Vögel flogen mit einem Atomschutzbunker davon
Erst acht Meilen nach oben, aber dann kam der schnelle Absturz
Er landete im Gras
Die Spieler versuchten es mit einem Pass nach vorne
Während der Hofnarr an der Seitenlinie stand
In der Halbzeit war die Luft wie ein süßes Parfüm
Und die Sergeants spielten einen Marsch
Wir standen alle auf, um zu tanzen
Aber wir bekamen niemals die Chance dazu
Denn die Spieler versuchten, das Spielfeld zu erstürmen
Aber die Band zog sich nicht zurück
Erinnerst Du Dich, was offenbar wurde
An dem Tag, als die Musik starb?
Refrain
Da waren wir nun also, alle an einem Platz
Ein verlorene Generation
Und ohne Zeit, von vorne zu beginnen
Also komm schon Jack, sei geschickt und schnell!
Jack Flash saß auf einem Kerzenhalter
Denn Feuer ist der einzige Freund des Teufels
Und während ich ihn mir auf der Bühne anschaute
Hatte ich meine Hände vor lauter Wut zu Fäusten geballt
Kein Engel, der in der Hölle geboren wurde
Konnte diesen Fluch Satans brechen
Und während die Flammen hoch in den Nachthimmel stiegen
Und dabei den Opferritus beleuchteten
Sah ich den Satan herzhaft lachen
An dem Tag, als die Musik starb
Refrain
Ich traf ein Mädchen, das einen Blues sang
Und fragte sie nach guten Neuigkeiten
Aber sie lächelte nur und drehte sich weg
Ich ging hinunter zu dem heiligen Laden
In dem ich die Musik Jahre zuvor gehört hatte
Aber der Mann dort sagte mir nur, die Musik werde nicht spielen
Und auf den Straßen schrien die Kinder
Die Verliebten weinten und die Dichter träumten
Aber es wurde kein Wort gesprochen
Und alle Kirchenglocken waren zerbrochen
Und die drei Männer, die ich am meisten bewundere:
Der Vater, der Sohn und der heilige Geist
Nahmen den letzten Zug in Richtung Küste
An dem Tag, als die Musik starb
Refrain





